Götz W. Werner: Gründer Drogeriekette dm

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Es gibt Momente im Leben, in denen wir wissen, dass etwas richtig ist. Dass etwas stimmt. Auch wenn alle um dich herum dagegen sind.

2014. Feierabend. Leicht, beschwingt gehe ich durch einen dm - Markt. Ich liebe es, hier einzukaufen. Die Ladenausstattung hell, ansprechend, übersichtlich. Qualität zu guten Preisen. Clevere Eigenmarken. Zuvorkommende Mitarbeiter. Hilfsbereit. Freundlich. Hier fühle ich mich willkommen. Hier möchte ich sein. Manchmal verweile ich länger als geplant. Intuitiv greife ich nach einem Buch. Unterbewusst habe ich längst wahrgenommen, was heute in meinem Bewusstsein landet.

 Götz W. Werner. Drogeriemarktgründer von dm. In seiner Autobiografie berichtet er von seinem Realtraum. Der solange in ihm schlummert, bis er ihn selbst erweckt. Mit Ende zwanzig hat er eine revolutionäre Idee. Für ihn steht fest. Das traditionelle Drogerie-Konzept hat keine Zukunft mehr. Das Experiment der Brüder Karl und Theo Albrecht hat ihn inspiriert. Discountgeschäft. Kleines Sortiment, Einfache Ladenausstattung. Selbstbedienung. Kein Kreditverkauf. Konzentration auf Preis und Qualität. Die Revolution im Lebensmittelhandel kann auch im Drogeriegeschäft funktionieren. Als Angestellter in einem großen Drogeriefilialbetrieb und Familienvater von zwei Kindern ist die Selbstständigkeit zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen. Vater, Schwiegervater und die Banken sind dagegen. Wohin er auch sieht, Gegenwind. Wenig Eigenkapital. Ist die Selbstständigkeit zu riskant? Besteht die Gefahr die Familie in den Ruin zu stürzen? Sein Umfeld hat große Zweifel. Doch Werner sieht klar. Wenn er bleibt wo er ist, ist das der Ruin für ihn und seine Familie. Seine innere Sicherheit ist groß. Er bleibt sich und seiner Idee treu. 1974 eröffnet er, gegen jeden Wiederstand, den ersten dm Laden. Die Kassen klingeln. Sein Erfolg gibt ihm recht. Ladeneröffnung Nummer zwei und drei folgen bald. 1975 gibt es bereits über 20 dm-Läden.

Wow, Götz W. Werner inspiriert mich sehr. Zahnpastaverkäufer, wie er sich selbst nennt. Unternehmensgründer (dm, Alnatura, Idee). Entwickler moderner Managementmethoden. Gelebte Unternehmensethik. Vertreter des bedingungslosen Grundeinkommen. Setzt Weltinteresse und Menscheninteresse an erster Stelle. Mit gesundem Selbstbewusstsein fragte er früh. Muss man das so machen? Kann man das auch anders machen? Er leitet seine Unternehmensprinzipien vom Rudersport ab. B.B. Beharrlich im Bemühen. Bescheiden in der Erfolgserwartung: Durchstehen. Aushalten. Mit dem ganzen Herzen dabei sein. Einen klaren Kopf haben. K.K. Kontinuität. Kreativität. Den Rhythmus finden. Darin liegt die Kraft eines Unternehmens. Er weiß aus Erfahrung. Es gibt Momente in denen wir wissen, dass etwas richtig ist. Das etwas stimmt. Auch wenn alle um dich herum dagegen sind. Du weißt, hier geht mein Weg weiter. Dein Traum? Dein Weg? Wohin willst du weiter gehen? Götz Werner begleitet stets die Frage. Was können wir künftig besser machen, anstatt was haben wir in der Vergangenheit falsch gemacht?  Er handelt aus der inneren Überzeugung, das Richtige zu tun. Er vertraut seiner Intuition. Probleme sind für ihn Gestaltungsmöglichkeiten. Das Zusammenspiel von Krise und Chance eine Lebenshaltung.   

Quelle: Götz W. Werner. "Womit ich nie gerechnet habe“. Econ Verlag. 2013.